Wenn die Nacht mit dem Tage
Vero & Daddy
photo by Lydia Repke(c)2006

gemeinsam musiziert kann eigentlich nur Blues dabei entstehen. Schmutzig zarter Blues am Tag der Offenen Türen im Goethe-Institut Berlin. Am Freitag, 5. Mai, von 18 bis 21 Uhr. Musikredakteurin Lydia Repke ist bei der Party dabei.

Von Lydia Repke
Mutlikultureller Abend mit abwechslungsreicher Musik
Am 5. Mai 2006 veranstaltete die Gemeinschaft der Europäischen Kulturinstitute, Finnland-Institut, Goethe-Institut, ifa-Galerie des Instituts für Auslandsbeziehungen, Institut français Berlin, Instituto Cervantes, Istituto Italiano di Cultura, Rumänisches Kulturinstitut und Slowakisches Institut, in Berlin einen „Tag der offenen Türen“ mit anschließender Abschlussparty, welche in den Höfen des Goethe-Institutes stattfand.

Fast pünktlich begann das „Blackriders Orchestra“ gegen 18 Uhr den Soundcheck durchzuführen. Und dann kam er, Robin Hemingway persönlich, die Stimme der Band. Ganz in Schwarz mit Frack, Schal, Zylinder und Sonnenbrille bildete er den Blickfang des Abends - nicht zu vergessen sein grünes Einstecktuch.

Hinzu kam dann noch Veronika Vogel, die blonde E-Gitarristin, die sich als einzige Deutsche in dem Ensemble behauptete - und das mit Bravour. Hemingway stellte sie vor mit, „She plays the shit out of it (the guitar)“, womit er Recht behielt. Sie selbst erklärte ihre Vorliebe zum Jazz damit, dass sie als Kind Louis Armstrong im sauerländischen Radio gehört habe und seitdem von der Musikrichtung fasziniert gewesen sei. Außerdem sei eine akustische Gitarre viel zu leise. So kam sie zur E-Gitarre.

Die Jazzeinlagen wurden dann plötzlich mit einem Geburtstagslied zu Ehren Karl Marx unterbrochen, der heute 188 Jahre alt geworden wäre. Damit war das erste Set zu Ende und den Gästen, die sich in den sonnigen Höfen tummelten, stand eine kleine Rede und eine große Preisverleihung bevor: Im Verlaufe des Tages sammelten die verschiedenen Institute Gewinnscheine, auf denen Fragen beantwortet und Stempel gedruckt wurden.

Neun Preise sollte es insgesamt geben. Der erste Preis war wahlweise ein Sprachkurs für Französisch, Spanisch, Italienisch oder Deutsch. Die anderen Acht Gewinne kamen jeweils von einem anderen Kulturinstitut, darunter Bücher, ein Gutschein für ein spanisches Essen und andere Dinge. Ein Pärchen räumte doppelt ab.

Nun stürmten die glücklichen Gewinner und die restlichen Besucher den Hof, in dem es leckeres Grillfleisch gab. DJ Soul Star übernahm die musikalische Untermalung. Die anderen Musiker mischten sich unter den Rest und waren stereotypischerweise in der Nähe des Bierverkaufs anzutreffen. Auf einmal stand Daddy Hemingway mit dem Mikro in der Masse, während die Band ihn vom Nachbarhof aus mit Blues-Standards begleite.

Ein paar Songs später wurde es sentimental. Der aus Miami stammende, korpulente Schlagzeuger fing an einen balladenartigen Blues zu singen. Mit seiner ergreifenden Stimme hauchte er „Georgia“ ins Mikrofon, ohne dabei den Beat zu verlieren. Mittlerweile versammelte sich auch immer mehr Publikum um die Blackriders und die hängenden vier farbigen Lampen tauchten den Hof in blaue, rote, grüne und orange Farbkleckse. Im dritten Set kam noch eine alternativ gekleidete E-Violinistin auf die Bühne. Die Band spielte jetzt einen französischen Chanson. Eine tolle Abwechslung für die multikulturellen Besucher, egal ob aus den U.S.A., Sri Lanka, Rumänien, der Türkei oder aber Deutschland.

Den Frauen hinterherlaufend, sang Robin „No Woman, No Cry“ und zauberte auf deren Gesichter ein schüchternes Lächeln. Anschließend sollte eigentlich „Hotel California“ den Abschluss des Abends bilden, aber die Zuhörer wollten mehr und schrieen nach einer Zugabe. Es blieb dem Sänger nichts weiter übrig, als ihnen zu entgegnen: „We have to ask if we can play one more song. We only have a Genehmigung until nine. Otherwise the police will come and then they’ll put us in jail.“

Wie dem auch sei, die Polizei kam nicht und ein weiteres Lied wurde gespielt und die Abschlussparty ging dem Ende zu. Jeder, der noch Lust hatte, konnte sich bei einer Clubparty vergnügen. Insgesamt war es ein gelungener Abend mit noch gelungeneren Musikeinlagen!

Lydia Repke – Berlin, den 07.05.06
(Die Musikabiturientin Lydia Repke ist Redaktionspraktikantin, Ressort Musik und Kunst. bei Medienmodul.)
Der Black-Poetry-Sänger Daddy Hemingway im Goethe Institut !

Sie waren noch nie in Berlins Paris Bar (Kantstraße) bis morgens um Vier ? Sie haben noch nie unter dem Schmerz der verblühenden Schönheit und Jugend attraktiver Frauen und Männer gelitten ? Dann brauchen Sie nicht weiterlesen. Dann sind Sie hier falsch.

Daddy Hemingway’s Black Riders Band ist charmant, witzig, ernst und extravagant. Nur fotografieren läßt sich Hemingway selbst nicht gerne : " Ich möchte nicht, dass Sie meine Seele einfangen", sagte er vor einem Jahr. Als er das Foto eine Woche später sah und sein Lächeln über der silber gepunkteten Kravatte wiederfand, war er wohl doch zufrieden. Gestern rief er an und lud Medienmodul ins Goethe-Institut nach Berlin-Mitte ein. Danke.

Am 5. Mai 2006 lädt die Gemeinschaft der Europäischen Kulturinstitute in Berlin
von 12 bis 18 Uhr zu einem gemeinsamen „Tag der offenen Türen“ ein.

Die Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin (GEK) konstituierte sich im Februar 2003 mit der Zielsetzung, einen Dachverband zu gründen, der die gemeinsamen Interessen der europäischen Kulturinstitute in der Hauptstadt zum Tragen bringt. Die Gemeinschaft versteht sich als Forum, in dem die im Zuge der Vereinigung Europas entstehenden neuen kulturpolitischen Herausforderungen, Interessen, Probleme und Fragen gemeinsam diskutiert werden. Dieser Zusammenschluss von mittlerweile 16 Instituten aus Ländern der Europäischen Union ist wegweisend für europäische Metropolen.

Zum „Tag der offenen Türen“ geben 8 Europäische Kulturinstitutionen in Berlin den Besucherinnen, Besuchern und einem vor allem jungendlichen Publikum die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Institutionen zu schauen, sich mit der ihrer Arbeit, den Zielsetzungen und Programmen vertaut zu machen. Es gibt auch Sprachschnupperkurse und kleine Angebote landestypischer Köstlichkeiten.

Jede Institution bietet ein informatives, vielfältiges und unterhaltsames Programm, wobei Führungen und anregende Gespräche im Mittelpunkt stehen. Ein gemeinsames Quiz lädt zur Beteiligung ein, bei dem am Ende attraktive, von den Institutionen gespendete Preise winken.

Die Abschlussveranstaltung findet ab 18 Uhr mit Siegerehrung und Musik im Hof des Goethe-Institutes statt.

Beteiligte Institutionen: Finnland-Institut, Goethe-Institut, ifa-Galerie Berlin des Instituts für Auslandsbeziehungen, Institut Francais, Instituto Cervantes, Istituto Italiano di Cultura, Rumänisches Kulturinstitut, Slowakisches Institut.

Mit besten Grüßen
Barbara Fraenkel-Thonet
Goethe-Institut Berlin
Neue Schönhauser Str. 20
10178 Berlin -
Tel (030) 2590-6426
Fax (030) 2590-6526
fraenkel-thonet@goethe.de
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